Samstag, 10. März 2018

Cairo again - Halbzeit

Tag 4: Es ist so heiß hier

Hey ihr Lieben,

na, wie geht es euch? Ich bin ziemlich ausgelaugt nach dem Tag heute. Dabei haben wir gar nichts so anstrengendes gemacht. Aber ich hatte total vergessen, wie sehr diese ägyptische Hitze zusammen mit dem Smog und den Eindrücken, die man täglich sammelt, an den Kräften zehrt. Hinzu kommt, dass sich gerade mein Magen ein wenig meldet. Nachdem ich in den letzten Tagen aus einer Mischung aus Höflichkeit und naivem Vertrauen in meinen sonst ganz robusten Magen alles mögliche gegessen habe, was man mir so vorgesetzt hat, ist mir heute doch ein wenig flau. Es ist aber nicht schrecklich schlimm, nur ein wenig lästig.
Heute Nacht wurde ich 5.30 Uhr von einer Mücke geweckt, die mich ins Handgelenk gestochen hat. Zum Glück war es nur eine und ich konnte sie schnell erledigen, aber danach war ich dann doch recht munter. Da 5.30 Uhr aber nun wahrlich keine Zeit zum Aufstehen ist (erst recht, wenn man erst um 1 Uhr schlafen gegangen ist), habe ich mir erst die Zeit ein wenig damit vertrieben, Ausflugsziele für die nächsten Tage zu sammeln (gar nicht so einfach, da wir tatsächlich das halbe Jahr, das wir hier waren, schon so viel gesehen haben) und dann habe ich Musik gehört um wieder einzuschlafen.
Da die Hitze um die Mittagszeit immer besonders schlimm ist (und weil ich faul bin 😉) verbringe ich die Vormittage zur Zeit immer im Hotel und gehe dann erst gegen 1 Uhr aus dem Haus. Ich habe mir ein Hörbuch aus der online-Bib ausgeliehen, das ich zur Zeit höre. Es handelt von Schokoladenherstellern und spielt in Paris. Heute Nachmittag haben wir uns mit einer Freundin getroffen, mit der wir dann den ganzen Tag verbracht haben. Erst waren wir in einem Café, dann bei ihr zuhause und später noch mit ihrer kleinen Tochter und ihren Cousinen in einer Art Café, wo kleine Kinder spielen können (also nur die Tochter war klein. Die Cousinen waren ein wenig jünger als ich und sehr nett). Jetzt bin ich trotzdem ganz froh, wieder im Hotel zu sein.



Für morgen ist tatsächlich mal ein Gruppentreffen für unser Ausstellungsprojekt angesetzt. Ich habe zwar heute erfahren, dass ich wohl offiziell gar nicht in der Gruppe bin, weil ich mich online selber auf die Liste gesetzt habe und das scheinbar nicht funktioniert hat, aber ich kann mich ja trotzdem dazu setzen und schauen, was die so machen. Ich störe auch keinen (auch wenn es mich schon ein wenig ärgert, dass das nicht funktioniert hat. Jetzt sieht es so aus, als hätte ich mich nicht gekümmert, dabei habe ich mich schon vor Ewigkeiten dort eingeschrieben.) Irgendwie würde ich echt gerne helfen. Es ist ja wirklich nicht so, dass mir die Ausstellung egal ist und ich dachte auch, dass wir noch mehr tun können, während wir hier sind. Mal sehen, vielleicht ergibt sich ja noch was zum Schluss.

Ich halte euch auf dem Laufenden.
Bis bald
eure Hannah


Tag 5: Nicht der beste Tag

Hey ihr Lieben,

heute morgen bin ich mit Magenschmerzen aufgewacht. Daher war der ganze Tag eher ruhig. Das Arbeitstreffen für die Ausstellung war lang, aber es wurde auch einigen geschafft (nicht von mir. Ich kann ja kein Arabisch, aber die anderen waren fleißig beim Übersetzen der Texte). Mittlerweile geht es meinem Bauch wieder ganz gut, aber ich hatte den ganzen Tag über nur wenig Appetit.
Abends haben Lisa, Judith und ich nochmal wegen des Ausflugs letztes Wochenende geredet. Die Kommunikation untereinander ist da einfach etwas schief gelaufen und ich hätte mich nicht negativ in meinem letzten Eintrag dazu äußern sollen, dass ich nicht mitfahren konnte . Es war einfach kein Platz mehr im Auto und keinen trifft dafür die Schuld. Wir haben uns aber ausgesprochen und jetzt ist hoffentlich wieder alles ok.
Habe viel an meinem Hörbuch weiter gehört. Der für morgen geplante Ausflug wurde verschoben, deswegen haben wir morgen noch mal frei. Vielleicht gehen wir ins Children Museum und abends wollen wir libanesisch essen gehen. Hoffentlich kann ich dann wieder ordentlich zulangen, das ist nämlich echt lecker. 😋

Gute Nacht und bis morgen,
eure Hannah


Tag 6: Heliopolis

Hallo ihr Lieben,
heute waren wir in Heliopolis und haben uns zwei Museen angeschaut. Eines davon war das Children Museum. Es wird von einem unserer ehemaligen Dozenten in Kairo geleitet und wir haben ihn ganz zufällig sogar während unserer Tour durchs Museum getroffen, weil er ein Interview für ein Kamerateam gegeben hat. Er hat sich gefreut, uns alle wieder zu sehen und meinte, er kommt zur Ausstellungseröffnung am 18. Das Children Museum hat uns sehr gut gefallen. Es ist wahrscheinlich eines der besten Museen in Kairo. Nicht nur vom Inhalt, auch in Punkto Gestaltung hat es einiges zu bieten. Man muss immer mit einem Guide durchgehen, was uns anfangs geärgert hat, aber es ist wirklich notwendig, weil es ganz viele Interaktionen gibt, die dann erst erklärt werden müssen und die junge Frau, die uns herumgeführt hat, war auch echt nett und hat gut Englisch gesprochen.






Als wir aus dem Museum kamen, wollte der eine Typ aus dem Kamerateam auch noch mich filmen, wie ich ein Foto vom Museum mache. Habe ich dann gemacht. Der war aber etwas komisch und hat uns später noch heimlich gefilmt. Das war seltsam und wir sind dann schnell weiter gegangen.
Danach waren wir noch in einem zweiten Museum in Heliopolis. Das war ein kleines, ganz neues Open Air Museum, in dessen Mitte ein großer Obelisk ausgestellt war. Der Obelist war echt eindrucksvoll und atmosphärisch war es auch nicht schlecht, aber ich fand die restlichen Stücke (das waren noch weitere Fragmente aus Stein, die bei der Grabung gefunden wurden) hätte man noch besser präsentieren können. Aber alles in allem war es ein toller Ausflug.



Abends waren wir mit den anderen Studierenden aus dem Austauschprogramm essen. In dem libanesischen Restaurant waren wir früher auch oft und es war mega witzig, als wir rein kamen und dem Kellner sagten, wir hätten gerne einen Tisch für sieben Leute, schaute er uns erst eine Weile an und meinte dann "Welcome back!" Das fand ich schon ein bisschen niedlich.

Morgen wird ein voller Tag. Wir machen eine Tour in die Wüste und ich freue mich schon so. Ich finde Wüste so faszinieren. Außerdem wurde uns angekündigt, dass wir vielleicht in einer Oase namens "Magic Lake" (also "magischer See") schwimmen gehen könnten. Das wird echt schön glaube ich.

Bis morgen dann.
Alles Liebe
eure Hannah


Tag 7: Wüsten-Abenteuer

Hey ihr Lieben,

heute war ein richtig schöner Tag. Der Ausflug in die Wüste hat total Spaß gemacht und wir haben so viel gesehen und erlebt. Leider ist mir nur gerade beim durchsehen der Fotos aufgefallen, dass meine Linse Flecken hatte, die ich nicht gesehen habe und jetzt sind die auf jeden Bild mal mehr und mal weniger deutlich drauf und zerstören voll meine wunderschönen Aufnahmen. Ärgerlich, ärgerlich. 😠 Aber ich hoffe, euch gefallen die Fotos trotzdem. Live ist das alles natürlich nochmal um einiges beeindruckender und man kann gar nicht genug Fotos machen um diesen Eindruck irgendwie rüber zu bringen. Aber alles des Reihe nach:
Der Ausflug startete schon früh. 7.30 Uhr haben wir uns getroffen. Zum Glück war der Treffpunkt nicht weit vom Hotel entfernt. Dann sind wir mir so einem kleinen Bus zur Oase Fayum gefahren (ihr erinnert euch vielleicht an den eindrucksvollen Ausflug zum Wasserfall, von dem ich im letzten Blog mal berichtet habe. Falls nicht verlinke ich euch den hier nochmal: http://kairokamel.blogspot.com.eg/2016/12/tausendundeine-pyramide.html. Das Fayum Gebiet selber ist riesig und es gehört noch viel mehr dazu als ein großer See und ein Wasserfall (das habe ich damals nicht gewusst, daher steht in dem alten Eintrag noch was anderes 😏 ). Da gibt es viele schöne Ausflugsziele. Wir sind dann nach einer Weile in einem kleinen Dorf an einer Hütte angekommen, bei der schon zwei Jeeps auf uns gewartet haben.


Nach einer kurzen Trink-Pause sind wir dann mit den Jeeps weiter gefahren und damit dann auch direkt in die Wüste gefahren. Das war so witzig. Unser Fahrer ist immer extra so Schlangenlinien gefahren und hat uns mächtig durchgeschüttelt. Bei größeren Sandbergen fühlt man sich sogar wie in der Achterbahn. Das hat echt Spaß gemacht.

Außerdem hatte man einen tollen Blick auf die Wüste mit ihren wunderschönen Felsformationen. Das Wadi el Hitan (auch „Wadi of the Whales“) genannt, war nämlich ganz früher, also vor Urzeiten, mal mit Wasser bedeckt und deswegen haben die Felsen so richtig schöne Muster, wo das Wasser etwas weggespült hat. Das sah sehr beeindruckend aus. Der Name „Wadi of the Whales“ kommt daher, dass man dort ganz viele Skelette von Urzeit-Walen gefunden hat. Unser Ziel, das Fossil- und Klimawandelmuseum liegt zwischen all diesen Felsen und ist echt schön gemacht. Das gesamte Tal ist Weltkulturerbe der UNESCO und das merkt man auch. Der Standard ist ganz anderes, als man das sonst so in Ägypten gewohnt ist. Und obwohl es UNESCO-Kulturerbe ist, waren gar keine anderen Touries da. Vielleicht liegt das daran, dass man da nicht so einfach hinkommt. Man braucht nämlich eine Genehmigung, wenn man mit dem Jeep in die Wüste fahren will. Aber wir haben ja zum Glück ein paar Freunde hier, die sich auskennen und es lohnt sich echt. Das Museum ist mein persönlicher Geheimtipp bisher in Ägypten. Klein, aber sehr interessant. Ich habe sogar erfahren, wo in Ägypten ein echter Dinosaurier gefunden wurde. Jetzt kann ich jedem, der mich danach fragt, ob ich als Archäologe schon mal einen Dino gefunden habe, antworten, Nein, aber ich weiß, wo es welche gab. Ist das nicht super cool?




Nachdem wir uns das Museum angeschaut haben, sind wir noch etwas durchs Wadi gelaufen und haben uns die Skelette, die dort noch in situ liegen (oder zumindest Nachbildungen davon. So genau weiß ich das nicht) angeschaut. Es war richtig heiß und ich habe mir mein Tuch um den Kopf gebunden, damit ich keinen Sonnenstich bekomme. Trotz der Anstrengung fand ich es super. Ich hab ganz viele Fotos von den Felsen gemacht und es war so ruhig. Ab und an wehte ein leichter Wind und dann war es richtig angenehm.









Zurück bei den Jeeps haben wir dann noch was kaltes zu trinken bekommen und einer hatte die leckeren Kekse mit Schokolade dabei, die ich damals so gerne in Kairo gegessen habe.


Mit den Jeeps ging es dann weiter durch die Wüste zum Magic Lake. Erst haben wir auf einem Felsen Halt gemacht, von dem man einen tollen Blick auf den See hatte (eigentlich waren es mehrere kleine Seen. Hab nicht ganz herausgefunden, welcher von ihnen der Magic Lake war, aber das war auch nicht so wichtig).

Dann sind wir runter zu einem der Seen gefahren und haben die Jeeps dort geparkt. Dann konnten wir schwimmen gehen. Es war herrlich nach der Hitze in der Wüste eine kleine Abkühlung zu haben.

Später wurde noch ein kleines Feuer angezündet und darüber Tee gekocht (in dem furchtbar viel Zucker war) und irgendjemand hatte Marshmallows dabei, die zwar auch sehr süß waren, aber trotzdem sehr lecker nachdem man sie eine Weile übers Feuer gehalten hatte.

Wir saßen noch sehr lange an dem See. Ich bin am Ufer entlang geschlendert und die anderen saßen am Feuer und haben die Ruhe genossen. Es war wirklich wunderschön. Dann durften wir noch Sandboarden. Mir wurde erklärt, man könne es im Stehen probieren oder sich einfach auf das Board setzen und die Düne runter fahren. Da aber alle anderen auch im Stehen los gefahren sind, habe ich es auch probiert. Es macht Spaß und ich bin erstaunlich weit gekommen, bis ich dann doch kopfüber im Sand landete und mich einmal überschlug. Das muss ziemlich witzig ausgesehen haben und hat auch gar nicht weh getan. Ich hatte danach nur Sand überall. Im Sitzen habe ich es dann auch noch mal probiert, aber das macht nicht ganz so viel Spaß. Vielleicht ist es einfacher für jemanden, der Snowboard fahren kann. Da es aber wirklich super anstrengend ist, die Düne dann wieder hoch zulaufen, haben wir es bei zwei Mal fahren belassen und sind wieder zurück zu den anderen gegangen. Dort haben wir uns dann noch alle zusammen den Sonnenuntergang angeschaut.






Nachdem die Sonne weg war, sind wir mit den Jeeps zurück zu der Hütte gefahren, wo wir morgens losgefahren sind und haben noch zusammen zu Abend gegessen. Alle waren sehr hungrig und geschafft, deswegen wurde nicht viel geredet, aber es war sehr lecker. Obwohl ich hier schon schaue, dass ich nur eine große Mahlzeit pro Tag esse, habe ich doch das Gefühl, zuzunehmen. Hab schon ein kleines Bäuchlein bekommen und bin sehr unzufrieden damit. Habe den Entschluss gefasst, dass ich bis zu meinem Geburtstag in zwei Monaten wieder zufrieden sein will mit meinem Gewicht. Muss definitiv Sport machen, wenn ich wieder da bin.

Die Fahrt nach Kairo zurück verlief ruhig und ich habe ein wenig geschlafen. Einmal bin ich plötzlich wach geworden und war total verwirrt, dass Amgad neben mir saß, weil er im Jeep immer vor mir saß und ich kurzzeitig vergessen hatte, dass wir ja gar nicht mehr im Jeep, sondern wieder im Bus waren. Ich dachte dann irgendwie, er hätte Platz getauscht und hab mich gewundert, dass ich das nicht mitbekommen habe. Hab ihn dann gefragt „Was ist passiert?“ Und er meinte „Nichts.“ und dann ist mir erst wieder eingefallen, wo ich war. Das war irgendwie witzig. Ich hoffe, ich habe ihn nicht total verwirrt. 😊
Ja, es war ein wirklich toller Ausflug, den ich nur empfehlen kann. Morgen (also eigentlich heute, weil ich gestern Abend dann zu müde war, um den Artikel fertig zu tippen, aber wir können ja versuchen, die Illusion zu wahren) treffe ich mich nachmittags mit einer Freundin. Darauf freue ich mich schon sehr. Hab sie noch gar nicht gesehen, seit ich wieder zurück bin und wir versuchen schon eine ganze Weile, einen Termin zu finden.

Fühlt euch gedrückt von eurer
Hannah


Tag 8: Stolz

Habe heute so viel geschafft. Habe endlich mal all die wichtigen Mails für die Uni beantwortet und bin jetzt richtig stolz auf mich. Außerdem habe ich Wäsche gewaschen, meine Fotos geordnet, mein Hörbuch zu Ende gehört und mich mit einer Freundin getroffen. Wir waren im Pizza Club. Die Pizza dort war natürlich (wie fast jede Pizza in Ägypten) sehr Amerikanisch, aber auch echt lecker

Ich konnte nur nicht alles essen und habe jetzt noch zwei Stücke Pizza im Kühlschrank. Letzte Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. Wäre toll, wenn das heute wieder so klappt. Die Nacht davor wurde ich nämlich von Mücken zerstochen und stand kurz davor mir wieder so einen Mücken-Plug zu kaufen. Mal sehen.
Heute meinte ein Freund aus Ägypten zu mir, ich wäre "tall", was so was wie groß, hochgewachsen bedeutet. Das fand ich irgendwie süß. 😊 Morgen muss ich früh raus, deswegen sollte ich jetzt schlafen. Ich fahre wieder auf einer Harley mit. Freue mich schon sehr (auch wenn ich diesmal keine Auslandskrankenversicherung habe 😉).

Alles Liebe
eure Hannah


Tag 9: A Girl on a Bike

Hey ihr Lieben,

eigentlich habe ich schon genug geschrieben, um den Eintrag hochzuladen, aber gerade bin ich irgendwie zu müde dazu und bis die ganzen Fotos hochgeladen sind, dauert es sicher Jahre, deswegen verschiebe ich es auf morgen Vormittag. Heute war ein toller Tag. Ich durfte nochmal auf einer Harley mitfahren und es hat so viel Spaß gemacht. Erst waren wir bei einer Biker-Veranstaltung zum Weltfrauentag dabei, aber die sind irgendwie nicht in die Gänge gekommen und deswegen haben wir uns dann doch wieder abgesetzt. Davor habe ich bei der Veranstaltung aber noch ein orange-farbiges Tuch abgestaubt, das alle Frauen tragen sollten, sozusagen als verbindenden Element für die Frauen auf den Bikes. Ich hab es den ganzen Tag sehr stolz getragen, obwohl ich selber schon ein eigenes Halstuch dabei hatte.
Hier sehe ich ein wenig aus wie eine Katze ;)




Wir sind dann auf dem Highway Richtung Alexandria gefahren und haben etwa auf der Hälfte gestoppt und gefrühstückt. Dann ging es zurück und wir haben noch eine Freundin von meinem Biker-Freund getroffen.
Entspannung unter blauem Himmel
Da der Verkehr rückzu sehr dicht war, war es ein ziemlich langer Tag und ich war von 8 Uhr bis etwa halb 5 unterwegs.


Deswegen habe ich mir dann einen ruhigen Abend gemacht, youtube-Videos geschaut und meine Pizza aufgegessen (ich bin echt kein Fan von kalter Pizza, aber man kann es schon essen. Ich finde einfach, die meisten Dinge, die eigentlich warm sein sollten, sollte man nicht kalt essen. Ich esse ja auch keine kalte Suppe oder kalte Steaks.) Jetzt freue ich mich darauf, bald schlafen zu gehen. Morgen bin ich nachmittags wieder mit Freunden verabredet. Es gibt so viele Leute, die ich hier treffen möchte. 

Gute Nacht
eure Hannah


Tag 10: Endlich...

... kann ich den Eintrag hochladen. Ich glaube, es ist mit Abstand der Eintrag mit den meisten Bildern, den ich je hochgeladen habe, aber ich hatte so viele schöne Fotos und konnte mich einfach nicht entscheiden. Es hat dementsprechend lange gedauert. Trotzdem freue ich mich sehr, ihn jetzt mit euch teilen zu können. Wie gefällt euch übrigens mein neues Profilbild (im Blog)? Sehe ich nicht aus, wie eine super coole, weltgewandte Bloggerin? 😎😉

Ich freue mich über eure Kommentare und sende euch ganz liebe Grüße aus Ägypten
eure Hannah

Samstag, 3. März 2018

Cairo again - Die ersten Tage

Tag 0: Glückshormon-Überschuss

Hey ihr Lieben.

Besondere Reisen erfordern besondere Blogeinträge, deswegen habe ich mir gerade etwas überlegt. Obwohl ich zwar erst gestern einen Blogeintrag geschrieben habe, hatte ich gerade nämlich schon wieder solche Lust aufs Bloggen und darauf, meine Eindrücke und Gefühle in die Welt zu schreien. Und damit ich sie nicht jedem einzelnen per WhatsApp mitteilen muss, schreibe ich jetzt einfach ein bisschen was. Ich lade sie aber vermutlich nicht direkt hoch. Vielleicht versuche ich einfach, jeden Tag ein bisschen was zu schreiben und dann, wenn ich den Eindruck habe, dass das reicht, lade ich den Bericht, der sich aus mehreren Tagesberichten zusammensetzt, hoch. Ist das irgendwie verständlich was ich hier schreibe? Ich bin echt gerade so wahnsinnig aufgedreht und glücklich. Ja, es ist furchtbar laut, das Hotel hat sicher auch schon bessere Tage gesehen und auf der Straße starren einen alle an, aber das alles stört mich gerade gar nicht. Ich habe Mücken im Zimmer, die mich heute Nacht vermutlich furchtbar nerven werden, auf meiner Bettdecke sind rote Farbflecken, aber trotzdem habe ich Lust, die ganze Welt zu umarmen. 😊 Die ganze Zeit laufe ich schon mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht herum (in Strickjacke wohl gemerkt, denn das Wetter hier ist so viel angenehmer als in Deutschland). Es kommen so viele Erinnerungen hoch. Schon wie die Luft riecht. Und gerade waren wir schon bei einem Kiosk und haben Wasser, Kekse und Müsli-Riegel gekauft.
Der Flug verlief sehr gut. Ich hatte einen Fensterplatz und habe tolle Fotos von den Alpen und dem Sonnenuntergang über dem Mittelmeer gemacht. Hier eine kleine Auswahl (leider war das Fenster so dreckig, dass man es immer ein wenig auf den Bildern sieht).





Der Landeanflug auf Kairo war auch total cool. Das sieht einfach so magisch aus mit den ganzen Lichtern und nach langer Suche habe ich auch tatsächlich einmal einen Ort aus der Luft erkannt. Außerdem gab es tollen Service an Bord. Das Essen war lecker und ich habe einen Film geschaut: Eine Komödie mit Reese Witherspoon und drei ziemlich heißen Kerlen. 😉
Jetzt ist hier schon Mitternacht durch und nachdem die erste Euphorie gesackt ist, spüre ich dann doch die Müdigkeit. Morgen ist bisher noch gar nichts geplant, das heißt, ich kann ganz entspannt in die Zeit hier starten. Freitag und Samstag haben Lisa und Judith schon einen Ausflug geplant. So weit ich das aber mitbekommen habe, bin ich nicht eingeplant (was ich etwas fies finde, aber na ja, ich werde mich schon zu beschäftigen wissen). Davon lasse ich mich nicht runter ziehen. Ich treffe mich dann einfach hier mit Freunden.

Ich bin echt gespannt, was die nächsten Tage so mit sich bringen werden. Fühlt euch alle gedrückt aus Kairo von mir und meinem Kamel.
Gute Nacht und bis morgen. 😊


Tag 1: So viele Erinnerungen

Hey ihr Lieben,

wie konnte ich nur so blöd sein, zu glauben, dass irgendetwas in Ägypten einwandfrei funktionieren würde? Ich habe hier ein halbes Jahr gewohnt. Ich hätte es besser wissen müssen. Das WLAN spinnt natürlich mal wieder, weshalb ich den Eintrag auf Word vortippe und später hochladen werde. Dazu kommt, dass ich mir heute eine neue Handy-SIM-Karte für Ägypten gekauft habe und sie einfach nicht funktioniert. Ich war schon ein zweites Mal im vodafone-Shop, aber die Frau dort konnte mir auch nicht helfen. Jetzt soll ich morgen zum Technischen Support gehen, aber ohne Internetverbindung wird es schwer, den zu finden. Ich bin quasi von der Außenwelt abgeschnitten. Ätzend! 😒
Als De-Eskaltor zwei Bilder aus unserem Hotel. Es ist eigentlich ganz hübsch. Irgendwie klein und niedlich.


Trotzdem hatte ich heute einen schönen ersten Tag in Ägypten. Es war ganz entspannt. Nachts konnte ich zwar wegen des Lärms nicht so gut schlafen, aber ich hoffe, das wird jetzt die nächsten Tage besser. Nach einem süßen kleinen Frühstück im Hotel waren wir erst einmal beim vodafone-Shop und mussten dort 1,5h warten, bis wir dran waren. Dabei haben wir nette Leute kennengelernt, die auch gewartet haben. Sie waren ganz begeistert von Lisa (Ihre Augen „schließen die Herzen der Menschen auf“) und so sind wir mit zwei Frauen ins Gespräch gekommen. Das war schon ziemlich witzig. Bis wir drei dann unsere Sim-Karten haben, hat es auch noch einmal eine ganze Weile gedauert. Die Leute hinter uns waren „not amused“, dass wir so lange gebraucht haben. Danach sind wir zum Opera District gelaufen und haben uns in ein Café gesetzt, in dem wir früher auch schon oft waren. Das war echt schön. Wir haben eine von den deutschen Studentinnen getroffen, die zur Zeit hier sind und wir haben uns lange unterhalten über unsere Erlebnisse und ihre Erlebnisse. Wir wollten auch gleich Opernkarten für Schwanensee kaufen, aber es war schon ausverkauft.
Danach sind wir etwas herumgelaufen und noch in einem zweiten Café gelandet, in dem wir früher immer waren (die deutsche Studentin kannte diese Orte gar nicht. Wir müssen so viel nachholen!).



Abends haben wir (nachdem ich nochmal eine dreiviertel Stunde im nächsten vodafone-Shop verbracht habe) Freunde aus der Uni wiedergetroffen und waren zusammen auf einer Rooftop Bar (also einer Bar auf dem Dach). Das war ein toller Abend und wir haben auch gleich ein bisschen was für die nächsten Tage geplant (ein Ägypter wurde dazu verdonnert, mir morgen bei meinem Handyproblem zu helfen. Ich hoffe echt, das wird noch was). Wir hatten so viel Spaß und haben über die merkwürdigsten Dinge geredet und jetzt bin ich zurück im Hotel und freue mich, dass ich morgen ausschlafen kann, während die anderen beiden früh aufstehen müssen, um ihren Zug zu bekommen. Ich hab aber außer der Sache mit dem Handyvertrag noch keine wirklichen Pläne für morgen und hoffe, dass ich mich nicht einsam fühlen werde so ganz alleine. Vielleicht sollte ich mich mit dem anderen deutschen Studenten zusammentun, der freiwillig zuhause geblieben ist.
Was ich erlebe, werdet ihr ja dann morgen erfahren. Jetzt hab ich auch schon so viel geschrieben, dass ich den Eintrag bald mal hochladen könnte, aber dafür muss das Internet mitspielen. Mal sehen.
Gute Nacht und bis bald
eure Hannah


Tag 2 (morgens): Poor lonesome Cowboy

Fühle mich gerade nicht nach Begrüßung. Das WLAN im Hotel funktioniert immer noch nicht wieder. So kann ich natürlich auch nichts mit dem Ägypter ausmachen, der mich heute zum Handyladen begleiten wollte. Na ja, da sowieso Freitag ist, macht der Shop soweit ich weiß eh erst wieder 13 Uhr auf. Gerade ist es erst viertel 12. Ich habe lange geschlafen (nachdem ich auch die Fensterläden am Balkon zu gemacht habe, ging es mit der Lautstärke erstaunlich gut) und gerade schon auf meinem Balkon gefrühstückt.

Es ist ein bisschen seltsam so alleine. Lisa und Judith kommen erst morgen wieder. Ich hab nicht wirklich ein Problem damit, alleine in Kairo unterwegs zu sein, das war ich früher ja auch oft genug, aber als junge Frau alleine ist es trotzdem ein wenig unangenehm, zumal man mir ja auch ansieht, dass ich nicht von hier bin. Ich würde auf jeden Fall gerne Koscheri essen und vielleicht schaue ich auf einen Sprung bei Tut vorbei. Was anderes fällt mir ehrlich gesagt im Moment nicht so ein. Ich habe auch keine Lust, mich alleine in ein Taxi zu setzen und irgendwo hin zu fahren. Es sollte also in Laufnähe sein. Obwohl... ich könnte mit der Metro auch irgendwo hin fahren, aber da wäre es mir echt lieber, wenn ich für alle Fälle ein funktionierendes Handy hätte. Na ja, ich werde einfach mal losgehen und schauen, wann der Handyladen aufmacht und dann einfach ein wenig rumlaufen.

Bis bald
eure Hannah


Tag 2 (Abends): Lächeln bitte 😁

Hey ihr Lieben,

nach einer kleinen Verzweiflungspause, in der ich Musik gehört und Sudoku gemacht habe, bin ich dann zum Vodafone-Shop gegangen, in dem ich die Karte gestern gekauft habe und die Frau am Schalter konnte mir in wenigen Minuten helfen, so dass meine Ägyptische Handynummer jetzt auch endlich funktioniert. Danach war ich sehr erleichtert und bin wie geplant ins Ägyptische Museum gegangen.


Schon im Hof wurde ich, als ich ein wenig im Schatten herum saß von einer Gruppe junger Mädchen angesprochen, die ein Foto mit mir machen wollten. Da ich ja eh alleine unterwegs war und das eigentlich immer ganz witzig finde, habe ich dann Bilder mit ihnen gemacht. Ich kam mir zwar ein wenig veralbert vor, als sie dann auch noch wollten, dass ich meine Brille abnehme, aber ich hab nichts gesagt. Sie hätten mich vermutlich auch nicht verstanden. Im Museum kamen dann auch immer mal wieder Mädels und ein paar haben mich dann auch einfach untergehakt und mitgeschleift, da sie mich scheinbar mit ihrem Kumpel Ahmed verkuppeln wollten. Das war mir dann doch zu blöd und ich bin einfach weggegangen. Ein anderes Mädel kam auch mehrfach zu mir an den unterschiedlichsten Orten im Museum. Keine Ahnung, ob sie mich nicht wiedererkannt hatte, aber vermutlich hat sie das absichtlich gemacht und tut jetzt vor ihren Freundinnen so, als hätte sie den ganzen Nachmittag mit mir verbracht. Das ist schon irgendwie eine seltsame Art dieses Fotos machen, nur weil jemand Europäer ist. Ich meine, ich war ja auch nicht die einzige Ausländerin in dem Museum. Ich war nur vermutlich ein gefundenes Fressen, weil ich alleine unterwegs war. Nach dem Museum war ich in einem unserer alten Stamm-Cafés in Garden City: Im Room (Das Koscheri habe ich dann doch auf einen anderen Tag verschoben. Hatte da gerade keinen Appetit darauf). War alles noch sie wie vor einem Jahr. Sogar die Bedienung war die selbe (ein Typ, der immer ein wenig wie die arabische Variante von Leonard Hofstetter aussieht). Am Abend habe ich mich mit einem der deutschen Studenten getroffen, die das letzte halbe Jahr hier waren. Ich kannte ihn vorher kaum, da er nicht aus Würzburg kommt, aber wir waren ja quasi beide „übig geblieben“ und deswegen hab ich ihm geschrieben, ob er Lust hat, was Essen zu gehen. War ein ganz netter Abend.

Jetzt bin ich zurück im Hotel und das WLAN funktioniert immer noch nicht. Vielleicht schaue ich mir einfach einen Film an, den ich noch auf dem Laptop habe (das müsste dann einer der Oceans Filme oder die Feuerzangenbowle werden). Oder ich lese noch ein wenig (um ein Buch aus der online-Bib auszuleihen, müsste ich aber auch mein Handy als Hotspot nutzen und auf mein mobiles Netz zurückgreifen).
Habe gerade auch schon den Fehler gemacht, in meine Unimails reinzuschauen. Es stresst mich total. Es passiert genau das auf Arbeit, was ich befürchtet habe. Und dann werden alle sauer auf mich sein, weil ich nicht da war und mein Vertrag wird nicht verlängert. Dabei kann ich doch gar nichts dafür. Na ja, reden wir am besten jetzt noch nicht darüber. Vielleicht wird ja alles halb so schlimm am Ende.

Gute Nacht
eure Hannah


Tag 3: Ein ewiger Kampf

Ok, es reicht. Ich gebe den Kampf mit dem Internet auf. Es funktioniert einfach nirgendwo: Weder im Hotel, noch in sämtlichen Cafés, in die ich gehe. Kurzzeitig funktioniert es zwar ab und zu, aber dann ist es schon wieder weg. Ich will mich ja eigentlich auch nicht so abhängig vom Internet machen, aber viel Kommunikation läuft eben heutzutage online und wenn ich irgendwo hin möchte, würde ich mich auch gerne mal im Internet darüber informieren. Und dann fühle ich mich schlecht, weil ich die ganze Zeit irgendwo drinnen sitze und mir nichts anschaue, aber ich weiß echt nicht, was und vor allem wie. Mann, mann, mann! Irgendwie hätte ich ja auch gedacht, dass wir mehr zu tun haben und auch ab und zu mal einen Termin für die Ausstellungsplanung haben, aber scheinbar ist alles, wo wir hätten mithelfen können, schon in den letzten Wochen passiert und jetzt machen wir hier quasi drei Wochen von der Uni bezahlten Urlaub. Eigentlich nichts, worüber man sich beschweren sollte, aber ein wenig nutzlos fühle ich mich schon.
Hab gestern Abend noch Musik gehört und Solitaire gespielt. Allerdings kann man ohne Internet auch nur die Stapel spielen, bei denen nicht klar ist, ob sie überhaupt lösbar sind und dann verliere ich dauernd und das macht nicht so viel Spaß. Zum Zeitvertreib ist es aber in Ordnung. 😊
Dann konnte ich ewig nicht einschlafen. Ich werde hier wegen der einen Stunde Zeitunterschied eh immer frühestens 1 Uhr nachts müde (also 12 Uhr in Deutschland) und dann ist es laut und warm und plötzlich ist mir auch noch eingefallen, wie ich dieses Jahr meinen Geburtstag feiern kann und die Idee hat mir so gut gefallen, dass ich gar nicht mehr schlafen konnte, weil mein Kopf schon sämtliche Dinge dafür geplant hat. Hab dann Musik gehört und es hat ein wenig geholfen und irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Da war es aber sicher schon 3 Uhr nachts.
Heute morgen hab ich dann ausgeschlafen und gefrühstückt und mich kurz am funktionierenden WLAN erfreut (vielleicht eine halbe Stunde lang, dann war es auch schon wieder weg). Später schaute (genau wie gestern) die Putzfrau vorbei und putze ein wenig um mich herum. Da kam ich mir schon seltsam vor. Die ist aber ganz süß. Sie meinte auch, ich wäre „succa“ (was hoffentlich so etwas wie zuckersüß heißt 😉 und redet dann immer Arabisch mit mir, obwohl ich gar nichts verstehe). Weil ich noch was kleines für die Uni erledigen wollte (und gehofft habe, bei funktionierendem WLAN auch endlich den ersten Blogeintrag hochladen zu können), bin ich dann mit meinem Laptop in ein Café aufgebrochen, aber nach einer halben Stunde war auch hier das Internet weg. Aber das ist jetzt das letzte Mal, dass ich darüber schreiben werde. Ab jetzt werde ich es während der ganzen 16 Tage, die noch bleiben, nicht mehr hier erwähnen. Es ist es einfach nicht wert, sich darüber aufzuregen. (Oh schaut mal, kaum habe ich das getippt, funktioniert es plötzlich.)
Ich will noch so viele Freunde hier in Kairo wieder treffen. Mit einer Freundin schreibe ich schon seit Mittwoch und ich muss dringend was mit ihr ausmachen. Außerdem hat Dominic gestern von einem Open-Air-Museum hier in der Nähe erzählt, das ich noch nicht kenne und es klang ganz interessant. Vielleicht schaue ich es mir mal an (man fährt allerdings 'ne Weile mit dem Taxi hin, deswegen ist es wohl nichts mehr, was ich heute noch spontan erledigen könnte). Weil das Wetter so super ist, habe ich auch schon seit vorgestern große Lust, mal schwimmen zu gehen. Vielleicht fahren wir da mal alle zusammen ans rote Meer (obwohl es mir etwas komisch vorkommt, innerhalb der 20 Tage Urlaub noch mal Urlaub zu machen, aber wenn man schon Mal hier ist).
Na ja, ihr werdet ja dann das nächste Mal erfahren, was ich so alles erlebe. Bis dahin sende ich euch ein wenig ägyptische Sonne 🌞(ich nehme an, das soll der Sonnensmilie sein) und hoffe, euch geht es allen gut.

Bleibt behütet und fühlt euch gedrückt von eurer
Hannah

P.S. Über Kommentare freue ich mich natürlich wie immer sehr. 😊

Dienstag, 27. Februar 2018

Auf in die Wärme

Hey ihr Lieben,

ich wusste, dass es knapp werden würde, wenn ich den Blogeintrag auf heute verschiebe und ich habe es trotzdem gemacht. Na ja, die Punkte meiner To Do Liste sind fast alle abgehakt (sogar meine Uhr hat eine neue Batterie), der Koffer ist gepackt (zumindest weitgehend. Wahrscheinlich muss er noch fünfmal umgepackt werden, damit ich alles mitkriege. Was packt man denn auch alles für 20 Tage Kairo ein?) und die Zugfahrkarte für morgen ausgedruckt.
Nachdem wir hier ja seit einer gefühlten Ewigkeit mit beißender Kälte zu tun haben, ist die Wettervorhersage für Kairo wirklich ein Traum: Samstag sollen sogar bis zu 30 Grad werden. Ich bin trotzdem total aus der Übung, wie man sich da Wetter-gerecht anzieht, aber das wird schon alles werden. Im Koffer ist halt leider auch nicht unbegrenzt Platz.
Morgen kurz vor 11 Uhr geht mein Zug nach Frankfurt und der Flieger startet dann 15.10 Uhr. 20.05 Uhr Ortszeit bin ich dann in Kairo. Oh Mann, ich bin so aufgeregt. Ein Freund aus Ägypten hat mir heute morgen schon freudig geschrieben, dass wir bald wieder zusammen "abhängen können". Ich freue mich riesig. Ich hab zwar auch ein wenig Sorge, dass ich nicht mehr an die Stadt (und vor allem den Verkehr dort) gewohnt bin (wie soll ich bloß eine Straße überqueren, wenn ich alles vergessen habe? 😉), aber eigentlich macht mir die Tatsache, dass ich knapp drei Wochen dort bin viel weniger Sorgen als die Tatsache, dass ich knapp drei Wochen nicht hier bin (Was, wenn ich was wichtiges auf Arbeit verpasse? Und was wird aus meiner letzten Hausarbeit?). Aber nachdem ich heute nochmal auf Arbeit war, bin ich eigentlich guter Dinge. Ich habe alle wichtigen Dinge erledigt und die Leute wissen Bescheid, dass ich ab morgen weg bin. Ich habe es mir verdient.
Meine letzte Woche war entspannt. Ich habe mir ein bisschen Ferien gegönnt. Mittwoch hatte ich einen tollen Abend mit meinem Chor. Ich finde es übrigens total witzig, dass du, Luki, Rebekka kennst. Als sie mir Mittwoch erzählt hat, dass sie aus Erfurt kommt, habe ich nämlich schon überlegt, sie zu fragen, ob sie dich kennt, aber das erschien mir dann doch etwas weit hergeholt. Ich meine, so klein ist Erfurt dann ja auch wieder nicht (hab ich zumindest gedacht. Scheinbar schon 😊).
Donnerstag bin ich dann nach Dresden gefahren. Im Zug habe ich endlich die Zeit gehabt, eine Postkarte zu schreiben. (Ist sie schon angekommen? Hab sie Freitag eingeworfen.)

Abends habe ich den ESC-Vorentscheid angeschaut. Die Show war ja ziemlich grausig, aber ich habe mich gefreut, dass Michael Schulte gewonnen hat. Ich mag seine Musik und seine Stimme sehr gerne und habe tatsächlich auch eines seiner Alben auf dem MP3-Player. Er muss ja nicht gewinnen, aber es wäre schön, wenn er zumindest in der vorderen Hälfte der Tabelle mitspielt. Die Tschechen haben dieses Jahr übrigens auch ein lustiges Lied. Ich verlinke es euch hier mal. In dem Video kommt sogar ein Kamel vor 😉: https://www.youtube.com/watch?v=k6_oxE2MxZE
Am Freitag und Samstag habe ich dann gechillt (puzzeln, Hörbuch hören, lesen, das übliche eben. Zur Zeit spiele ich auch total gerne Solitaire - in allen möglichen Formen.) Sonntag war ich mit Mama und Papa essen. Nachmittags hat mir Mama die Haare geschnitten und Abends waren wir im Theater zu "Szenen einer Ehe". Das war ein schöner Abend, auch wenn mir die Charaktere in dem Stück beide ein wenig seltsam vorkamen. Ich konnte ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen.
Hier noch ein schönes Bild, das ich Sonntag in Reichenberg gemacht habe. Der Himmel sah so schön aus.
Gestern ging es dann zurück nach Würzburg und gestern und heute habe ich dann meine To Do-Liste noch abgearbeitet (Wäsche waschen, Bücher in der Bibo zurückgeben, einkaufen, packen.) Ich hab vorhin sogar noch ein wenig ägyptisches Geld gefunden, das ich letztes Mal nicht mehr ausgegeben habe und deswegen mit nach Deutschland genommen habe.
Wer hätte gedacht, dass ich so schnell wieder nach Kairo fliege? Das letzte Mal ist ja nicht mal ein Jahr her (und trotzdem habe ich so viel vergessen. Ich musste gerade in meinem alten Blog nachschauen, wie gleich dieses leckere Nudelgericht heißt, was ich dort so gerne gegessen habe. Jetzt weiß ich es wieder: Koscheri). Papa hat schon gefragt, ob ich dann in meinem alten Blog wieder schreiben würde, aber das erscheint mir dann doch etwas zu verwirrend. Ihr kriegt die Berichte also hier zu lesen. Ich versuche, vielleicht ein wenig öfter als immer nur Montags zu schreiben. Das könnte also unregelmäßig werden. Muss auch mal sehen, wie es dort mit Internet aussieht. Wir sind ja im Hotel, da müsste es eigentlich gehen.
Ich freue mich sehr, dass der letzte Eintrag so viel kommentiert wurde. Behaltet das gerne bei, wenn ich in Kairo bin. Natürlich gibt es dann auch wieder ein paar Bilder vom Kamel. Das freut sich nämlich mindestens genau so sehr wie ich darauf, bald wieder dort zu sein.
Passt alle auf euch auf während ich nicht da bin und zieht euch warm an.
Alles Liebe (und bis bald aus Ägypten)
eure Hannah

Dienstag, 20. Februar 2018

Wieder was geschafft

Hey ihr Lieben,

ich glaube, ich muss mich bei euch entschuldigen. Es tut mir leid, dass ihr letztes Mal meine schlechte Laune abbekommen habt. Und natürlich Entschuldigung, dass ich mal wieder einen Tag zu spät bin. Ich hab gestern Abend noch Hörbuch gehört und gelesen und dann war es einfach zu spät um noch zu schreiben. Als kleine Entschädigung habe ich ein Bild von meinem Chorkonzert, auf dem man mich als Groupie sieht. Ich finde, es ist echt lustig geworden.
Ich sehe schon sehr verzweifelt aus, oder? ;)
Die letzte Woche war eigentlich echt schön. Ich musste zwar auch einiges für die Uni machen, aber es gab auch sehr schöne Momente. Zum Beispiel natürlich der Faschingspfannkuchen am Dienstag:

Mittwoch war ich arbeiten und habe mich danach mit meiner Gruppe getroffen, mit der ich den Bericht am Montag abgeben musste. Wir waren in einem Café und ich habe einen sehr leckeren Kuchen gegessen. Er war sogar Valentinstags-mäßig verziert. 😊

So viele Essensbilder diesmal. 😉 Mittwoch Abend hatten wir Ferienchor und es gab mal wieder eine Massage zum Einsingen. Das Mädchen, das mich zuerst massiert hat, konnte das voll gut. Ich hab dann immer ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Ahnung habe, wie man das richtig macht und einfach immer bei den anderen abschaue, was sie so machen. Bisher hat sich aber noch niemand beschwert. Die Probe war ziemlich witzig. Wir haben lauter alte Lieder gesungen, die die Hälfte des Chores schon kannte (ich gehörte allerdings zu der anderen Hälfte) und die wir deswegen kaum geübt haben. Daher konnte ich an vielen Stellen nur so mitnuscheln und hoffen, dass ich nicht total danebenliege. Nach der Probe wollten wir dann noch ins Lenz, aber weil wir so viele Leute waren (wir waren fast 30 Leute), mussten wir dann auf eine andere Bar ausweichen. Dafür sind wir singend einmal quer durch die Innenstadt gezogen und dann in einer Cocktailbar gelandet. Weil einer aus dem Tenor am Donnerstag Geburtstag hatte, haben wir dann noch in seinen Geburtstag reingefeiert und es war ein total schöner Abend. Einer an meinem Tisch hatte sich so Kartoffelecken ("Wedges") bestellt und erst kamen sie ewig nicht und dann war das so eine riesige Portion. Nachdem er etwa die Hälfte gegessen hatte, meinte er dann "Ihr könnt übrigens gerne auch was nehmen" und sofort schnellte meine Hand vor. 😁 Der andere Typ am Tisch (das spätere Geburtstagskind) meinte dann "Darauf hat die Hannah nur gewartet." Das fand ich irgendwie total schön, weil ich immer dachte, er könnte mich vielleicht nicht leiden (also der aus dem Tenor.), weil er nie mit mir geredet hat, aber in letzter Zeit redet er öfter mal mit mir und ist richtig nett. Und dann freue ich mich immer, wenn er "Hannah" sagt, weil ich dann das Gefühl habe, dass er mich vielleicht doch ganz gut leiden kann. Ich mag es, wenn Leute mich bei meinem Namen nennen. 😊
Donnerstag und Freitag war ich dann nochmal fleißig und Samstag ist Leni zu Besuch gekommen. Sie hatte sich Anfang der Woche einfach angekündigt und ich hab mich total gefreut, weil ich sonst vermutlich das ganze Wochenende rumgehangen und mir dann Stress gemacht hätte, dass ich den Bericht für Montag nicht fertig kriege. Und außerdem ist es einfach immer schön, zusammen mit Leni ein Wochenende zu verbringen. Auch wenn wir die meiste Zeit nur lesen, ist es einfach schön, nicht alleine zu sein. Samstag Abend haben wir dann doch noch was cooles gemacht: Wir waren im Theater zu "Draußen vor der Tür". Das war echt eine gute Inszenierung. An ein paar kleinen Stellen zog es sich zwar etwas, aber mir hat es trotzdem gefallen.

Sonntag waren wir morgens im Gottesdienst und Nachmittags noch etwas spazieren und abends, kurz nachdem Leni zum Bahnhof aufgebrochen ist, musste ich mich schon wieder an den Bericht setzen, der Montag abgegeben werden musste. Als ich fertig war, war ich aber doch ziemlich zufrieden und habe sogar noch bis halb 2 Uhr nachts Hörbuch gehört und gepuzzelt.
Montag wurde ich dann spontan dazu auserkoren, unseren Bericht an der Uni abzuliefern (ich hatte auch Zeit) und weil ich auch noch meine Ausstellungskritik abgeben musste, habe ich die auch gleich fertig gemacht und gedruckt und dann beides in den Briefkasten in der Museologie geworfen und der ganze Druck war mit einem Mal weg.
Alles gedruckt und eingetütet auf dem Weg zur Museologie.
Ich hab jetzt nur noch eine Hausarbeit offen, die ich bis Ende März abgeben muss (aber ich hab dem Prof schon gesagt, dass ich in Kairo bin und er meinte, Mitte April ist auch ok.) Mein Ziel ist es spätestens zu Semesterbeginn damit fertig zu werden, aber da es im wesentlichen die Verschriftlichung eines Referats ist, wird es vielleicht gar nicht so lange dauern. Es ist so schön, etwas geschafft und abgegeben zu haben und ich bin mit dem Ergebnis in beiden Fällen auch echt zufrieden. Gestern habe ich deswegen dann auch den ganzen restlichen Tag nur gefaulenzt und das Hörbuch fertig gehört und gelesen (Das Puzzle war leider schon Sonntag Nacht fertig. 😉) Und heute war ich dann wieder arbeiten und war echt lange da und habe wieder viel geschafft. Gestern Abend ist mir dann plötzlich bewusst geworden, dass ich in einer reichlichen Woche schon wieder nach Kairo fliege und ich bin total aufgeregt geworden und konnte kaum einschlafen. Ich hatte echt so ein ganz seltsames nervöses Gefühl im Bauch. Ich meine, das wird ja kein Urlaub. Wir planen da eine Ausstellung, die im Ägyptischen Museum gezeigt werden soll und das macht mich schon nervös. Ich will mir ja auch nicht nachsagen lassen, dass ich mir keine Mühe gegeben hätte. Dazu kommt, dass es halt auch drei Wochen sind und die vorlesungsfreie Zeit danach schon fast wieder zu Ende ist.
Und dann kommt die Masterarbeit, mit der Leni jetzt schon anfängt und ... aber lassen wir das und verschieben das Stress machen auf ein anderes Mal.
Zur Zeit höre ich ganz gerne Poetry Slam Texte auf youtube und deswegen teile ich jetzt mit euch einen tollen Text, der mich letzte Woche sehr berührt hat (Achtung, Taschentücher bereithalten): https://www.youtube.com/watch?v=l9ApQZkFwQI
Und damit verabschiede ich mich für diese Woche. Ich melde mich sicher nächste Woche Montag oder Dienstag nochmal, bevor es nach Kairo geht. Übers Wochenende bin ich in Dresden. Da freue ich mich auch schon sehr darauf.
Passt auf euch auf und lasst es euch gut gehen. Über Kommentare freue ich mich wie immer sehr.
Alles Liebe
eure Hannah

P.S. Happy Birthday, Julian 😘

Montag, 12. Februar 2018

Tokozani 4ever!

Hey ihr Lieben,

na, wie geht es euch? Ich bin gerade leider sehr unzufrieden mit mir selber, weil ich das Gefühl habe, die letzte Woche viel zu wenig geschafft zu haben. Ich müsste schon viel weiter sein mit dem ganzen Unikram und stattdessen lasse ich mich andauernd ablenken und schlafe viel zu lange. Mein Biorhythmus ist total im Eimer, andauernd bekomme ich so ätzende Kopfschmerzen und keiner meiner Freunde oder Familie hat sich auch nur die Bohne für mein Chorkonzert interessiert. Und ja, das geht an euch. Ihr hättet mir ja wenigstens mal eine WhatsApp-Nachricht schicken und mir viel Glück oder viel Spaß wünschen können. 😞
Na ja, was soll's. Es war trotzdem ein schönes Konzert und eigentlich war es auch keine schlechte Woche. Ich war Arbeiten und habe dort wenigstens einiges geschafft. Außerdem hatte ich Dienstag Abend ein sehr produktives Treffen mit einigen Leuten aus der Museologie, weil wir zur Zeit ein Projekt planen, von dem ich aber noch gar nicht so viel erzählen will, da noch sehr viel Arbeit vor uns liegt und dann wird es nicht so peinlich, falls es am Ende doch nicht klappt.
Ansonsten war ich den Rest der Woche shoppen und in der Bibo, ich hatte verschiedenste Proben für das Konzert und habe Kekse für die Aftershow-Party gebacken (mir wurde gesagt, ich würde immer so leckere Sachen backen, weil ich doch neulich schon mal Kuchen mit im Chor hatte. Darüber habe ich mich gefreut. 😊)

Samstag Abend war dann das Konzert. Wir haben echt richtig viele super schöne Lieder gesungen z.B. Fix you und Skyfall. Außerdem gab es ein witziges Theaterstück als Rahmenprogramm, in dem ich zwei kleine Rollen hatte. Ganz am Anfang habe ich einen Zeitungsschreier gespielt und später noch einen der Groupies, die den großen Star Tokozani Okoye angehimmelt haben. Das hat total Spaß gemacht. Wir waren 5 Mädels und mussten zum Beispiel kreischend auf ihn zu rennen und uns dann von seinen Bodyguards wegdrücken lassen. Wir Groupies wurden nach dem Konzert auch sehr gelobt, dass wir so laut und sehr lustig gewesen wären. Ich hatte mir sogar mit schwarzer Theaterschminke "I 💖 Toky!" auf den Arm schreiben lassen. Leider ist die Schminke ziemlich verwischt und am Ende hatte sogar einer der Bodyguards schwarze Schminke auf seinem weißen Hemd. Das war mir sehr peinlich (obwohl ich fast glaube, dass es nicht direkt von mir kam, denn ich habe immer genau geschaut, dass ich den weißen Hemden nicht zu nahe komme. Aber vermutlich hat eine der anderen Mädels die Schminke an den Arm bekommen und dann ist sie damit an das Hemd gekommen.) Ich hoffe, das lässt sich wieder raus waschen. Und zum Glück war der Besitzer des Hemdes auch nicht böse. Nach dem Konzert gab es noch eine Aftershow-Party und die ging ziemlich lang. (Irgendwann schaute ich auf die Uhr und da war es schon halb 2. Ich bin dann erst um 3 Uhr zuhause gewesen). Der hübsche Mitbewohner meiner Chorleiterin war auch wieder da, aber ich habe mich wieder nicht getraut, ihn anzusprechen. Leider war er dann auch sehr früh schon wieder weg. Ich meinte aber zu Anna, sie solle ihn überreden, nächstes Semester in den Chor zu kommen. (Klappt vermutlich leider eh nicht, aber ein Versuch war es wert. 😉)
Ein Selfie von mir nach dem Konzert.
Sonntag war deswegen dann mein Faulenzer-Tag. Ich hab bis halb 1 oder so geschlafen und auch den restlichen Tag im Bett verbracht mit Serien schauen und lesen. Draußen lief derweil durchgängig richtig laut Musik und Leute sangen lauthals mit. Ich vermute, es wurde Karneval gefeiert, aber ich war auch nicht in der Stimmung, rauszugehen. Morgen werde ich mir irgendwo meinen obligatorischen Faschings-Pfannkuchen kaufen, aber viel mehr habe ich mit Karneval nicht am Hut.
Mit meiner Faulenzerei gestern hätte ich heute auch absolut keine Probleme gehabt, wenn ich dafür wenigstens heute fleißig gewesen wäre, aber wie ihr euch vermutlich angesichts meiner schlechten Laune vom Anfang denken könnt, war ich das überhaupt nicht. Und jetzt quält mich mein schlechtes Gewissen ganz furchtbar.
Aber wer will bei solchem Wetter schon arbeiten?
Das schreit doch geradezu nach faul sein und youtube schauen.
Aber na gut, das ist halt jetzt so. Jetzt muss ich morgen eben ranklotzen, denn nächste Woche Montag ist schon der erste Abgabetermin. Daher werde ich diese Woche wohl sehr wenig erleben. Morgen ist ein Karaokeabend, zu dem Leute aus meinem Chor eingeladen haben und eigentlich würde ich gerne hingehen, aber das geht auch nur, wenn ich vorher was geschafft habe. Mal sehen, wenn ich nächste Woche Montag nicht schreibe, ist vielleicht einfach nicht viel passiert.
Ich weiß auch nicht. Vielleicht mache ich mir auch selber zu viel Druck. Und dann hindert das mich wiederum daran, anzufangen. Ach Mensch, ich hoffe, morgen wird das was. Die Abgabe am Montag ist nämlich eine Gruppenarbeit und meine Gruppenmitglieder wollen am liebsten Mittwoch Abend schon alle Teile fertig haben, damit dann genug Zeit zum zusammenfügen und abschließenden überarbeiten bleibt. Ich hasse solche Gruppenarbeiten. Dann baut man irgendwie auf etwas auf, was andere geschrieben haben, was man aber noch nicht kennt. Und im Prinzip endet es bei mehr Arbeit für alle, weil man sich immer noch in das rein denken muss, was die anderen schreiben, damit sich nichts doppelt und so. Und man will ja auch nicht Schuld daran sein, wenn andere eine schlechte Note bekommen, das heißt, man muss sich nochmal extra reinhängen, weil am Ende nicht nur man selbst sondern auch alle anderen damit leben müssen.
Ihr seht schon, heute bin ich nicht gut im Gute-Laune-Verbreiten. Deswegen muss es jetzt jemand anderes für mich übernehmen:
Habt ihr gesehen, dass wir zur Zeit auf Platz 1 sind? Der Wahnsinn!!!
Wisst ihr, was kommt, wenn man bei youtube "Gute Laune Lied" eingibt? Das hier: https://www.youtube.com/watch?v=7U1j8ahG4ZA. Na, wer von euch musste lachen? (Aber schaut euch nicht das Ende an. Das zerstört die Gute Laune nur wieder. 😉)
Ich verabschiede mich damit für heute. Ich freue mich, wenn euch dieser Beitrag trotz meiner Jammerei gefallen hat und ihr mir einen Kommentar schreibt.
Ansonsten hoffe ich, ihr braucht den Gute Laune Song nach der letzten Woche gar nicht. Bleibt gesund und überfresst euch nicht an den Faschingspfannkuchen.
Liebste Grüße
eure Hannah

Montag, 5. Februar 2018

"Catchy mit Eye"

Hi ihr Lieben,

da bin ich wieder. Das Semester ist 'rum und nachdem ich heute die Italienisch-Klausur geschrieben habe, habe ich nur noch gechillt und nichts gemacht. Ich war sogar schon in Versuchung, den Blogeintrag zu verschieben, aber dann habe ich mich doch aufgerafft (obwohl mir nur noch 3 Folgen Gossip Girl bis zum Staffelende fehlen). Morgen endet die schöne Entspannungszeit leider schon wieder und ich muss arbeiten und die restlichen Prüfungen (also alle Sachen, die ich noch schriftlich abgeben muss) in den Blick nehmen. Eigentlich mag ich die Semesterferien ja, aber dieses Mal habe ich irgendwie das Gefühl, ich habe viel zu wenig Zeit für alles. Zumal ich in drei Wochen ja schon wieder nach Kairo fliege. Oh Mann, ich darf gar nicht daran denken, was noch alles an Arbeit auf mich wartet.
Die letzte Woche war schön. Ich hatte ja nur noch Dienstag Uni und da war auch die letzte Zumba-Stunde dieses Semester. Alle drei Trainer waren da und wir durften uns Lieder wünschen. Ich hab mir eine Choreografie zu "Kung Fu Fighting" gewünscht, die wir in der Woche davor schon mal gemacht hatten und die ich ziemlich witzig fand. Da musste man dann zwischendurch immer so Tritte in die Luft machen und "HU!" rufen. Das hat Spaß gemacht. 😊
Mittwoch war Semesterrückblick und die Fachschaftsinitiative hat Kuchen verkauft. Dafür habe ich Mittwoch Vormittag extra noch gebacken, aber am Ende hatten wir viel zu viel Kuchen und von meinem wurde nur ein Stück gegessen. Daher habe ich den Rest dann meinen Chorleuten mitgebracht und die haben sich total drüber gefreut.
Eigentlich wollte ich Donnerstag Abend noch mit einem Kommilitonen zur "Rocky Horror Picture Show" gehen, aber nachdem wir erfahren haben, dass wir Freitag 7 Uhr am Bahnhof sein mussten für die Exkursion, haben wir das dann doch gelassen. Eher ins Bett gegangen bin ich dadurch trotzdem nicht. Ich wollte eigentlich 10 Uhr schlafen gehen, aber dann kam irgendwie allerhand dazwischen (Packen und Essen und Italienisch lernen und Duschen), so dass es dann doch Mitternacht wurde. Aber ich habe nicht verschlafen am Freitag.
Der Bus, der uns nach Straßburg gefahren hat, war winzig. Ich hatte Glück und konnte halbwegs bequem darin sitzen und sogar noch ein wenig dösen, aber wer größer war als 1,65 m hatte es da schon um einiges schwerer.
Vielleicht noch kurz zur Erklärung: Die Exkursion bestand darin, dass wir uns Freitag einen Tag in Straßburg einige Museen und die Stadt etwas angeschaut haben und dann am Samstag nach Baden-Baden fuhren, wo wir bei einem Ausstellungsprojekt von Studierenden aus Freiburg und Karlsruhe ein wenig museologische Hilfestellung in der Planung geben sollten. Unser Prof war schon die ganze Zeit total aufgeregt, weil er aus der Gegend kommt und er so viel im Kopf hatte, was er uns unbedingt zeigen wollte. Das war schon ein wenig niedlich. 😊
Ich war ja auch schon ein paarmal in Straßburg, aber die Museen kannte ich noch nicht. Erst waren wir in einem Science-Center, in dem Kinder spielerisch ganz viele verschiedene Themen entdecken können aus Medizin, Natur, Mathematik. Das war echt schön dort. Wie ein großer Spielplatz, aber eben lehrreich und wir haben gleich begeistert ganz viel ausprobiert.




Danach sind wir weitergefahren in ein Kunst-Museum. Da hatte ich kurz ein Mittagstief und Kunst ist ja auch gar nicht so meins, vor allem moderne Kunst nicht, aber die Sonderausstellung hat mich dann doch überzeugt. Da ging es nicht nur um Kunst, sondern auch ein wenig um Wissenschaftsgeschichte und es gab zum Beispiel einen sehr coolen Raum über die Anfänge von Universitätssammlungen. Ganz am Ende der Sonderausstellung gab es außerdem einen kleinen Kinosaal, in dem alte Pathè-Stummfilme gezeigt wurden. Den fand ich auch echt schön und irgendwann saßen fast alle aus unserer Gruppe dort drinnen.




Vom Kunstmuseum sind wir dann in die Innenstadt gelaufen. Straßburg ist ja wirklich eine sehr schöne Stadt mit tollen märchenhaften Fachwerkhäusern. Leider war es dann nur ziemlich kalt und trüb, so dass wir unseren Spaziergang am Ende nicht mehr ganz genießen konnten und einfach nur schnell in die Wärme wollten.






Wir sind dann erst ins Münster gegangen und danach haben wir uns ein kleines Café gesucht, indem wir etwas zu Abend gegessen haben. Ich habe natürlich einen Flammkuchen bestellt (wenn man schon mal im Elsass ist). Es war ein sehr lustiger Abend mit einer netten Gruppe und wir haben nach dem Essen noch lange über alles mögliche gequatscht.




Nach dem Essen sind wir dann ins Hotel zurück gefahren, das in Kehl (also direkt neben der Grenze) lag. Dort haben wir dann kurz noch zusammengesessen, sind aber halb 10 Uhr schon ins Bett gegangen, weil wir alle total müde waren.
Hotel und Frühstück waren echt gut und am Samstag ging es dann weiter nach Baden-Baden. Das ist schon ein krasser Ort. Es ist ein alter Kurort und die haben so einen traumhaften Kurpark mit tollen alten Gebäuden (Trinkhalle, Kasino, Theater und so schicke Park-Kurhotels). Man fühlte sich gleich in der Zeit zurück versetzt und sah die feinen Damen mit langen Röcken und Schirmchen quasi bildlich vor sich, wie sie durch den Park flanieren. Leider habe ich kaum Fotos machen können, weil das Wetter die ganze Zeit so schlecht war. Am Samstag war es total grau und am Sonntag zu unserem Stadtrundgang hat es heftig geschneit. Dann müsst ihr wohl selber mal nach Baden-Baden fahren.
Die Zusammenarbeit mit den Freiburgern und Karlruhern verlief... na ja, sagen wir mal problematisch, aber da möchte ich gar nicht so sehr darauf eingehen, weil das sonst den Rahmen des Beitrags sprengen würde. Ihr Konzept hat uns nicht so ganz überzeugt und man hat halt gemerkt, dass wir aus komplett unterschiedlichen Richtungen an die Sache heran gehen. Im Grunde ist es mir aber auch egal, was aus ihrer Ausstellung wird. Ich muss damit ehrlich gesagt nicht unbedingt noch mal was zu tun haben. (Der Titel des Eintrags stammt übrigens aus einer der Diskussionen, die am Samstag geführt wurden und ich fand die Formulierung so witzig, dass ich sie sofort zum Titel meines nächsten Blogeintrags erklärt habe.) 😁
Trotzdem war es Samstag und Sonntag noch echt schön. Wir Würzburger haben uns untereinander echt gut verstanden und abends waren wir noch zusammen essen und saßen danach in unserem super schicken Hotel (Das war soo cool. Auf dem Flur stand ein Wagen mit einem Obstteller und Keksen, die man sich kostenlos mitnehmen konnte. In den Zimmern gab es eine kostenlose Minibar und einen Wasserkocher mit Tee und Kaffee. Und das Frühstück war auch total lecker. Wir waren echt begeistert, dass wir so eine Unterkunft gestellt bekommen haben) in Lisas und meinem riesigen Zimmer zusammen, haben die Minibar geplündert und Haufenweise Chips und Süßkram gegessen. Das war ein richtig schöner Abend und ich bin schon etwas traurig, dass ich nächstes Semester ja fast gar nichts mehr mit all den coolen Leuten zu tun haben werde, wenn ich nur meine Masterarbeit schreibe. Jetzt, nachdem man miteinander warm geworden ist und sich gut versteht. Na ja, vielleicht trifft man sich ja mal in der Mensa oder so.
Sonntag haben wir wie gesagt einen Stadtrundgang gemacht und hatten danach noch Zeit, uns in Gruppen noch etwas umzuschauen.




Meine Leute und ich 😉 hatten leider Pech bei der Museumsauswahl. Wir wollten eigentlich in die Kunsthalle und haben uns dann kurzfristig umentschieden und uns so ein kleines Museum angeschaut, das nur zwei Räume hatte und eine Sonderausstellung über den Maler Hans Thoma zeigte. Es war etwas enttäuschend.
Auf der Rückfahrt und zuhause habe ich dann noch etwas Italienisch gelernt und heute war schließlich die Klausur. Es war nicht so ganz einfach und mir sind schon wieder Haufen Sachen eingefallen, die ich wahrscheinlich falsch gemacht habe, aber es wird schon bestanden sein, denke ich. Wenn ich Italienisch nächstes Semester weitermache (was ich eigentlich schon vorhabe), werde ich mir aber vor allem die Vokabeln nochmal anschauen müssen. Die Gruppe, die immer mit mir am Tisch saß und ich haben uns aber schon ausgemacht, dass wir ja mal schauen können, ob wir alle zusammen weiter machen und das fände ich echt schön, da wir glaube ich ganz gut zusammen arbeiten und uns ergänzen.
Diese Woche steht dann das große Chorkonzert mit anschließender Party an. Da freue ich mich auch schon sehr darauf. Ich weiß jetzt sogar, was ich anziehen kann (der Dresscode hat mich ganz schön in Schwierigkeiten gebracht, aber mittlerweile bin ich mit der Auswahl zufrieden). Wer in Würzburg ist, kann gerne kommen. Am Samstag, 10.02., 20 Uhr im großen Saal der KHG (die ist in der Nähe der "Batman-Kirche"). Ich würde mich freuen, ein paar bekannte Gesichter zu sehen.
Ansonsten wünsche ich euch eine schöne Woche, viel Erfolg bei allen eventuell anstehenden Prüfungen und bleibt behütet. Schreibt mir gerne wie immer, wie euch der Eintrag gefallen hat.
Alles Liebe
eure Hannah